Far Cry 3 – Entwickler-Präsentation während GC 2012
Geschrieben von joraku   
Donnerstag, 6. September 2012

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Während der Gamescom 2012 in Köln bekam ich von Ubisoft die Gelegenheit Far Cry 3 abseits des Besucheransturms alleine im Business-Bereich anzuspielen. Ein Entwickler stand mir hierbei mit Rat zur Seite und beantwortete meine Fragen. Ich konnte die Spielwelt frei erkunden und war nicht in irgendeiner Story-Mission verstrickt, wie man es am Stand von Far Cry 3 in der Entertainment Area erleben konnte. Aus diesem Grund habe ich durchaus viel von der Spielwelt und von den verschiedenen Gameplay-Mechaniken gesehen. Um euch möglichst detailliert daran teilhaben zu lassen habe ich meinen Bericht in drei Bereiche gegliedert. Darunter fallen Grafik, Gameplay und Environment. Mit dem letzten Begriff möchte ich auf die Glaubwürdigkeit der Spielwelt eingehen, doch dazu später mehr.

Grafik

Kommen wir also zum ersten Punkt der Grafik. Die Grafik eines Spiels fällt einem, logisch eigentlich immer zuerst ins Auge und beeinflusst schon maßgeblich den ersten Eindruck. Von einem First Person Shooter sind wir Spieler meist wunderschön anzusehende Grafik gewöhnt. Es lässt sich wohl sagen, dass im Genre EgoShooter der größte Wert auf die Grafik gelegt wird, im Vergleich zu anderen Genres wie Adventures oder Aufbauspielen. Hier macht Far Cry 3 einen sehr guten Eindruck. Die Grafik ist auf dem aktuellen Stand der Technik. Es werden Licht und Schattenspiele geboten, Rauch sieht nach Rauch aus, Feuer ist, wie schon aus dem Vorgänger gewohnt über jeden Zweifel erhaben und auch das Wasser lässt sich gut ansehen. Besonders die Unterwasserwelten werden schön in Szene gesetzt, Wassertropfen-Effekte beim Verlassen des Wassers inklusive. Die Objekte in der Spielwelt, wie Holzhütten, Sendemasten oder Bäume sind sehr detailliert dargestellt. Was ich bemängeln muss, sind die durchwachsenen Texturen und das, obwohl ich bereits auf dem PC gespielt habe. Hier hätte man dem Spiel ein paar höher aufgelöste Tapeten spendieren können, aber in der Zeit der Multi-Plattformentwicklungen ist das ein alter und nur zu gut bekannter Hut. Anti-Alaising konnte ich ebenfalls nicht entdecken, aber da ich auf einem 40“ Bildschirm mit einem Abstand von maximal einem Meter gespielt habe, bin ich mir nicht sicher, ob es nicht nur an dem zu hohen Pixelabstand lag. Ich denke in der fertigen Version werden PC-Spieler Kantenglättungsmöglichkeiten vorfinden.

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Zusammenfassend zur Grafik kann man also weitestgehend beruhigt sagen, dass der Trip auf die Insel des Wahnsinns ein „schöner“ Ausflug wird und das im wahrsten Sinne des Wortes.

Gameplay

Das Gameplay welches sich mir geboten hat, erinnert stark an Far Cry 2. Ich begann meine Session in einem kleinen Dorf. Mir wurde von meinem Guide, welcher neben mir Aufstellung genommen hatte erklärt, dass es dort einen Laden und eine Bar gibt. Nachdem ich die ersten Hindernisse, nämlich die Steuerung mit Gamepad, welche ich nicht gewöhnt bin, überwunden habe, betrat ich den Shop. Dort kann man sich, gegen Bares versteht sich, neue Waffen und Ausrüstungsgegenstände kaufen. Die Waffen können nach persönlichen Vorlieben mit Visieren, Taschenlampen oder Laserpointern angepasst werden. Ich verfügte aber bereits über ein entsprechendes Waffenarsenal und verließ den Laden, ohne Geld dort gelassen zu haben, wieder. Auf der Minimap wurde mir ein Sendemast angezeigt, zu welchem ich prompt aufbrach. Am Fuße des Turms angekommen, begann ich mit dem Aufstieg welcher sich durchaus spaßig gestaltete, da man nicht einfach nur eine Leiter erklimmen, sondern auch mal über einen Abgrund springen musste. Als ich dann an der Spitze des Mastes angekommen war, wurden mir in einer Quicktime-Sequenz alle in der Nähe verfügbaren Missionen angezeigt und auf meiner Karte hinzugefügt. Im Spiel selbst nennt sich das „Points of Interest“. Diese Mechanik erinnert ein bisschen an Assassin's Creed. Durch die Stahlseil-Verspannungen des Turms konnte ich ihn dann auch schnell wieder verlassen und meine erste Mission beginnen.

Die Aufgabe lautete Arzneien mit einem Quad möglichst schnell zu einem bestimmten Punkt zu bringen, welcher mit auf der Minimap angezeigt wurde. Um dem ganzen ein bisschen Anspruch zu verleihen, lief eine Zeit ab. Schafft man es nicht innerhalb dieser vorgegebenen Zeit den Bestimmungsort des Pakets zu erreichen, gilt die Mission als verloren. Ich meisterte den Auftrag ohne Probleme, schwang mich dann in einen Segelgleiter und flog in Richtung einer feindlichen Basis. Die Basen des Feindes kann man einnehmen. Ist man erfolgreich wird diese Basis von den Kriegern des Volkes übernommen, welches man aus den verschiedenen CGI-Trailern bereits kennt (sie nennen sich Rakyat) und der Einflussbereich der Gegner nimmt ab. Der Angriff auf einen gegnerischen Stützpunkt will aber gut überlegt sein, denn es wird, sobald man entdeckt wird, Alarm ausgelöst und weitere schwer bewaffnete Einheiten kommen mit Jeeps als Unterstützung. Es gibt die Möglichkeit, den Alarm zu sabotieren und hat dann leichteres Spiel das Gebiet einzunehmen. Auch gibt es manchmal Tierkäfige, welche man öffnen kann und so Chaos in den Reihen der Gegner zu sähen.

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Ich benötigte jedoch mehrere Versuche bis der Stützpunkt von allen Gegnern gesäubert war, denn die Haut des Protagonisten ist alles andere als Kugelsicher. Wird man verletzt, kann man sich mit Verbandskästen oder Salben heilen, welche man bereits zuvor gefunden, gekauft oder hergestellt haben muss. Begleitet wird der Heilungsprozess von denen, aus Far Cry 2 gewohnten Animationen welche nichts für zarte Gemüter sind. Wo wir gerade von zarten Gemütern sprechen – die Killmoves welche durch Attacken mit dem Messer ausgelöst werden sind ebenfalls brutal inszeniert.

Das Gameplay von Far Cry 3 bietet aber noch mehr Abwechslung. So gibt es Aufträge bei der eine bestimmte Zielperson ausgeschaltet werden muss. Diese lässt sich, je nach Situation nur mit einer bestimmten Taktik töten. Es liegt meist beim Spieler ob er sich entscheidet den Auftrag leise durchzuführen oder einen auf Rambo zu machen. Andere Aufträge erfordern vom Spieler ein Tier zu jagen. In meinem Fall wurde ich mit drei wilden Bären konfrontiert welche ordentlich austeilen konnten. Der Auftraggeber wollte, dass ich die Bären mit einer Schrottflinte erledige. Warum? Keine Ahnung, das Fell konnte er so natürlich nicht mehr verwenden. Übrigens, man selbst kann in der Spielwelt auch Kräuter oder andere Materialien wie Felle und Leder sammeln und damit Waffenholster oder Medizin herstellen. Ein Waffenholster erlaubt das Tragen einer Waffe, bis zu vier Waffenholster können ausgerüstet werden. Aufmerksame Spieler werden auch auf Schätze stoßen. Darunter fallen Geld oder auch ein wertvoller Ausrüstungsgegenstand wie eine Schutzweste.

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Ein Schnellreisesystem vereinfacht die Fortbewegung und ein Kritikpunkt des Vorgängers wird damit beseitigt. Die nervigen Kontrollpunkte gehören ebenfalls der Vergangenheit an.

Wer ein bisschen Urlaubs-Feeling erleben möchte, kann in den eingangs erwähnten Ortschaften verschiedenen Freizeitvergnügungen wie Pokern und Shoppen nachgehen oder eine Unterhaltung führen.

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Spielwelt

Wie wohl haben wir uns doch 2007 als Nomad gefühlt als die Sonne über dem Schauplatz von Crysis aufging. Der Strand und die Palmen luden förmlich zum Verweilen ein und es hätte sich ein Gefühl von Urlaubsstimmung einstellen können, wenn da nicht die vielen Soldaten und der Nanosuit gewesen wären.

Ganz ähnlich ging es mir, als ich Far Cry 3 anspielen durfte. Die Insel sieht sehr detailliert aus. Es gibt Strände, wundervolle Buchten, verschiedenste Pflanzen und Bäume und einen Urwald wie man ihn sich in einem Videospiel wünscht. Dazwischen liegen malerische Ortschaften, getrübt von feindlichen Stützpunkten welche von Straßen samt Ortsschildern verbunden werden. Bei den Streifzügen durch die Welt wird man auch auf verschiedene Tiere treffen können, welche vielleicht nicht immer freundlich gestimmt sind. Wer nicht gerne zu Fuß läuft kann auf Autos, darunter Jeeps oder auf Boote und Segelgleiter zurückgreifen. Einige Fahrzeuge verfügen auch über ein Bordgeschütz mit welchem man den Feinden Saures geben kann. Vielfahrer sollten aber auch mal einen Erkundungsgang zu Fuß wagen, sonst entgehen ihnen vielleicht Höhlen oder Ruinen in denen sich Schätze finden lassen.

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Die beiden Videos bieten dem Zuschauer einen guten Einblick über die vielen verschiedenen Schauplätze welche es im Laufe des Spiels zu erkunden gilt.

Fazit

Ich freue mich bereits auf das Spiel. Far Cry 3 macht einen sehr guten Eindruck und Story und Gameplay versprechen Abwechslung. Die Story erinnert teilweise an Apocalypse Now! und Vaas an den Joker aus Batman, was wohl auch der gleichen deutschen Synchronstimme zu verdanken ist. Fans des direkten Vorgängers können gedankenlos zugreifen aber auch für alle, die mit Far Cry 2 nicht wirklich warm werden lohnt sich ein Blick, denn die Entwickler haben auf die Community gehört und Kritikpunkte von Far Cry 2 abgeändert oder das Gameplay dementsprechend verändert.

Schlussendlich möchte ich mich noch bei den Verantwortlichen bei Ubisoft bedanken, dass es mir ermöglicht wurde diese Erfahrungen zu sammeln, was nicht selbstverständlich ist – bin ich doch nur ein Vertreter eines Fanseitennetzwerkes und nicht ein Mitglied der Fachpresse. Wenn man den Raum betritt, den Controller in die Hand gedrückt bekommt und drei Meter neben einem ein Teil der Giga-Redaktion den gleichen Vortrag genießt, dann fühlt man sich durchaus geehrt. ;-)

Mir persönlich bleibt nur noch folgendes zum Abschied zu sagen:

Nach Far Cry und Crysis könnte das hier wieder ein richtig toller Inseltrip werden!

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Bilder: far-cry.ubi.com

 
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